Das Projekt JungeReporter wendet sich an junge Leute ab 15 Jahren, die Lust am Schreiben haben. Sie müssen nicht unbedingt selbst ein Instrument spielen, malen oder gern auf der Bühne stehen, sondern es kommt auf die Neugier für alle Kunstformen an. Für das Berliner Festspiele Blog besuchen sie Proben und Konzerte bei MaerzMusik – Festival für Zeitfragen 2016.

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Im Rahmen des Festivals MaerzMusik begeisterten drei Berliner Schulklassen, aus der Bürgermeister-Herz-Grundschule, der Luise-Henriette-Schule und der Fritz-Karsen-Schule, das Publikum im Foyer der Philharmonie. Sie alle hatten an dem Projekt QuerKlang teilgenommen, bei dem Studierende der Universität der Künste Berlin, Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam mit den Schulkindern eigene Stücke komponieren.

Bei „1001 Klang“, dem ersten Stück der Bürgermeister-Herz-Grundschule, sitzt das Publikum mitten im Geschehen. Um die Zuschauer herum haben sich die jungen Interpret*innen aufgebaut. Mit herkömmlichen Instrumenten wie Trommeln und Xylophonen, aber auch Plastikrohren oder durch das Abspielen von Handyaufnahmen erzeugen sie die Klänge für das Stück. Eine Komposition, deren Klänge mich auf einen fremden Markt führen, auf dem man alle Geräusche ganz intensiv wahrnimmt. Das Bezahlen mit Münzen ist zu hören, das Aufstellen neuer Waren, die Schritte und das Plappern der Menschen und der Wind, der die Bedeckungen der Marktstände hin und her wehen lässt.

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Auch bei dem Stück „Fescfjanlig“ der Luise-Henriette-Schule geben sich die die Schüler*innen viel Mühe. Beginnen mit leisem Trommeln, das immer lauter wurde, performen und erzeugen dabei Klänge, indem sie mit ihren Schuhen auf dem Boden schleifen oder auf einer Tonne trommeln. Aber da sich einer der Schüler nicht sichtbar in dieser Tonne befindet, sieht es so aus als würde die Tonne zurücktrommeln, weshalb die Interpreten geschockt auf den Boden fallen. Dann kommen neue Spieler*innen aus dem Publikum dazu, die mit Percussion die geschockten Schüler*innen wieder aufwecken. Die Installation versinnbildlicht mir, wie sehr dumpfe und tiefe Töne uns Menschen erschrecken können und raschelnde, immer lauter werdende Klänge uns aus unserem Schock aufwecken, sodass man den dumpfen und tiefen Ton überdecken kann.

„Ka-me-hame-Schneeballschlacht-ha“, das letzte Stück der Fritz-Karsen-Schule, versetzt mich zurück in meine Schulzeit. Videoinstallationen zeigen Bilder und Geräusche aus den Berliner Schulen und die Performance der jungen Künstler*innenerinnert mich an den Klang von Klatschspielen in den Pausen auf dem Schulhof, an Papierschlachten im Klassenzimmer oder das ein oder anderen zerrissene Blatt, das man nicht ordentlich einheften wollte. Und natürlich an Schneeballschlachten, nach denen man halb erfroren und vollkommen fertig wieder ins Klassenzimmer zurückkehren muss.

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Herausragende Klänge, glatte Abläufe und andere Welten, in die sich die Zuhörerinnen und Zuhörer begeben können – das alles haben die jungen Künstler*innen in der Philharmonie geboten und bekommen begeisterten Applaus.

Wer auch gerne dabei gewesen wäre, bekommt am Donnerstag, den 17.03.2016 um 18 Uhr, im  Haus der Berliner Festspiele auf der Seitenbühne in der Schaperstraße 24, 10719 Berlin, noch einmal die Chance, drei weitere Berliner Klassen zu hören, die an QuerKlang teilgenommen haben.