Einem Ritual zu folgen heißt immer auch, mögliche Handlungsalternativen zu vernachlässigen. Konventionen und unausgesprochene Verabredungen entstehen – und auf einmal scheint alles manifest und unbeweglich. In ihren Arbeiten bearbeitet die Künstlerin Annika Kahrs die Momente unseres Zusammenlebens, die selbstverständlich scheinen und es dann plötzlich nicht mehr sind. Sie macht verborgene Regelsysteme sichtbar, schafft Illusionen, um sie daraufhin kurzerhand zu entzaubern. Für die „Schule der Distanz No. 1“ und das Treppenhaus des Martin-Gropius-Baus hat Kahrs ihre neue Arbeit „Alone Together“ entwickelt, in der sie das Musizieren als sozialen Akt porträtiert.

Die Performance-Installation wurde vom 18. bis 20. November 2016 in der „Schule der Distanz No. 1“ im Rahmen des Programms „Immersion. Analoge Künste im digitalen Zeitalter“ der Berliner Festspiele im Martin-Gropius-Bau präsentiert.