William Kentridge

William Kentridge ist einer der bedeutendsten Künstler Südafrikas, seine Zeichnungen, Filme, Theater- und Opernproduktionen werden international gefeiert. In seiner Arbeit schöpft er aus verschiedensten Inspirationsquellen, darunter Philosophie, Literatur, frühes Kino, Theater und Oper, und erschafft aus ihnen ein komplexes Universum, in dem Gut und Böse sich gegenseitig ergänzende und untrennbare Kräfte darstellen. Die Arbeiten von William Kentridge werden seit den 90er Jahren in Museen und Galerien weltweit gezeigt, darunter bei der documenta in Kassel (1997, 2003, 2012), im Museum of Modern Art in New York (1998, 2010), dem Wiener Albertina Museum (2010), Jeu de Paume in Paris (2010) und dem Musée du Louvre (2010). Die 5-Kanal-Video- und Toninstallation „The Refusal of Time“ wurde 2012 für die documenta 13 in Kassel entwickelt und war seitdem im MAXXI in Rom zu sehen, im New Yorker Metropolitan Museum und in weiteren Städten, darunter Boston, Perth, Kyoto, Helsinki und Wellington. Im Jahr 2012 wurde in Rio de Janeiro eine umfassende Überblicksausstellung eröffnet, die in den folgenden Jahren nach Porto Alegre, São Paulo, Bogotá, Medellín und Mexico City reiste. 2014 wurde seine Inszenierung von Schuberts „Winterreise“ bei den Wiener Festwochen, beim Festival d’Aix-en-Provence und beim Holland Festival aufgeführt. Seitdem gastierte sie unter anderem am Lincoln Center in New York, in St. Petersburg, Moskau und weiteren Städten Europas. „Paper Music“, ein Konzert mit Projektionen und Live-Kompositionen von Philip Miller, wurde in Florenz uraufgeführt und im Oktober 2014 in der New Yorker Carnegie Hall gespielt. „More Sweetly Play the Dance“ ist eine 8-Kanal-Videoprojektion. Sie wurde zunächst im April 2015 in einer Installation beim EYE Film Institute in Amsterdam gezeigt und war seitdem in Deutschland, London, New York und Mailand zu sehen. „Notes Toward a Model Opera“, eine Projektion auf drei Flächen, die sich mit der chinesischen Kulturrevolution beschäftigt, ist das Hauptelement einer Überblicksausstellung, die im Juni 2015 in Peking eröffnet wurde. Die Arbeit wurde außerdem in Einzelausstellungen in der Marian Goodman Gallery in London und New York sowie der Goodman Gallery in Johannesburg gezeigt. Für die Istanbul Biennale 2015 schuf Kentridge eine site-specific Klang- und Videoinstallation mit dem Titel „O Sentimental Machine“. Kentridges ehrgeiziges Projekt öffentlicher Kunst für Rom, „Triumphs & Laments“ (ein ca. 500m langes Fries, für das Verschmutzung und Bakterienwucherungen so mit einem Hochdruckreiniger von den Begrenzungswänden des Tiber entfernt werden, dass Figuren entstehen), das Triumphe und Wehklagen der römischen Geschichte darstellt, wird Ende 2016 eröffnet. Im Jahr 2010 wurde William Kentridge für seine Errungenschaften in Kunst und Philosophie der namhafte Kyoto-Preis verliehen. 2011 wurde er zum Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters gewählt und erhielt die Ehrendoktorwürde im Fach Literatur der University of London. 2012 hielt Kentridge die Charles Eliot Norton Lectures an der Harvard University und wurde zum Mitglied der American Philosophical Society und der American Society of Arts and Sciences ernannt. Im gleichen Jahr erhielt er den Dan David-Preis der Universität von Tel Aviv und wurde zum Commandeur des Arts et des Lettres des französischen Ministeriums für Kunst und Kommunikation ernannt. 2013 erhielt Kentridge die Ehrendoktorwürde der Bildenden Künste von der Yale University. 2014 wurde ihm von der University of Cape Town die Ehrendoktorwürde im Fach Literatur verliehen, und 2015 wurde er zum Honorary Academicina der Royal Academy in London ernannt.

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