Das Projekt JungeReporter wendet sich an junge Leute ab 15 Jahren, die Lust am Schreiben haben. Sie müssen nicht unbedingt selbst ein Instrument spielen, malen oder gern auf der Bühne stehen, sondern es kommt auf die Neugier für alle Kunstformen an. Für das Berliner Festspiele Blog besuchen sie Proben und Veranstaltungen und schreiben darüber.

Gemeinsam mit Ictus gestaltet das ensemble mosaik die Berliner Ausgabe von „Liquid Room“. Foto: ensemble mosaik © Diskruktur

Anfangs irritierend begrüßt mich die Probenatmosphäre von „Liquid Room“. Irritierend für meine Ohren, die Neue Musik bisher nur manchmal und mit der Zungenspitze gekostet haben. Zuerst erscheint der Klang noch so gar nicht flüssig, eher schrill und eindimensional kreischend, in scheinbar bewusst provozierenden Tonhöhen. Mit der Zeit beginnt die Komposition dann aber doch ihre Netze um mich zu spannen. Netze, die ausgeworfen werden von Fingern, die auf Saiten stehen und Mündern, die Lüfte in die Verwandlung zu Schallwellen schicken. Von Emotionen verbergenden Gesichtern, die sich in den von Laptops ausgespuckten Lichteffekten sonnen und ihnen im Gegenzug eine Geschichte aus bruchstückhaften Tonskizzen erzählen. Der individuelle Dialog mit der Technik erzeugt ein Nebeneinander der Musiker, deren Dialog miteinander geradezu zufällig scheint. Und schon ist die Musik weicher und intimer geworden und ich befinde mich im Gespinst eines unbewussten, fließenden, geradezu tranceartigen Momentes.

MaerzMusik – Festival für Zeitfragen eröffnet am 20. März 2015 mit dem vierstündigen Konzertformat „Liquid Room“.