Sie war eine Erscheinung: schwarze oder mintgrüne Lederjacke, die Tasche wie einen Hund auf dem Boden nachschleifend, blonde Haarsträhnen, der Rücken gebeugt, Ketten, Armreife klirren, Arme sind braun gebrannt. Und immer in der ersten Reihe dabei, wenn auch gern etwas spät – ihr Motto: „Ellbogen sind zum Benutzen da.“

Erika Rabau, der „Puck von Berlin“, wie Friedrich Hollaender sie genannt hatte, weil sie als Kind einmal den Puck im „Sommernachtstraum“ gespielt hat, Festivalfotografin, Stammgast im Haus der Berliner Festspiele, solang man zurückdenken kann. Ihr Heimathafen sozusagen, nach einem bewegten Leben: in Danzig geboren, nach Berlin geflohen, mit 17 der Liebe wegen nach Argentinien, dort Assistentin eines Theaterfotografen, und ab Anfang der Sechzigerjahre in Berlin unterwegs.

Ein polyglottes Leben, gelebt mit einer Neugier, Frische und Unbekümmertheit, die ihr die Herzen öffnete und die Schranken fallen ließ – Erika Rabau hat Kirk Douglas, Romy Schneider, Klaus Kinski, Claudia Cardinale, Gina Lollobrigida, Robert De Niro und Hanna Schygulla vor die Kamera bekommen, hat auch gern selbst davor gestanden, in Filmen von Rainer Werner Fassbinder und Wim Wenders, zuletzt in Lothar Lamberts Semi-Doku „Erika, mein Superstar“. Eine Millionen Bilder hatte sie bei sich in der Wohnung, eine Million Anekdoten dazu, und eine Million Erinnerungen. Adios, Erika.

Erika Rabau beim Theatertreffen 2008. Fotos © Frederic Lezmi

Das Theatertreffen zeigte 2008 die Ausstellung „Erika Rabaus Theatertreffen von 1984 bis 2007“. Die hier gezeigten Fotos entstanden im Rahmen dieser Ausstellung.