Das Projekt JungeReporter wendet sich an junge Leute ab 15 Jahren, die Lust am Schreiben haben. Sie müssen nicht unbedingt selbst ein Instrument spielen, malen oder gern auf der Bühne stehen, sondern es kommt auf die Neugier für alle Kunstformen an. Für das Berliner Festspiele Blog besuchen sie Proben und Konzerte des Jazzfest Berlin 2015.

Sie sind fähigkeitsvielseitig, äußerst belastbar und haben starke Nerven. Und sie strahlen. Nadin Deventer und Hélène Philippot haben gerade jetzt, in der heißen Endorganisationsphase vor Beginn des Jazzfest Berlin, viel Energie zu bieten. Gemeinsam bilden sie das Koordinationsteam und halten somit die Fäden des Festivalnetzes zusammen. Sie verknüpfen die losen Enden, arbeiten für einen möglichst reibungslosen Ablauf an den Knotenpunkten und passen auf, dass niemand den Bezug zur Mitte verliert. Die beiden Frauen sind selbst diese Mitte, Schnittstelle und Anlaufpunkt für diverse Bereiche der Festivalorganisation. Zwischen Computer, Telefon und Excel-Tabellen kommt es darauf an, den Überblick und die Oberhand zu behalten. „Die Chemie im Team muss stimmen“, lacht Nadin Deventer, die mit der Organisationsleitung betraut ist und freut sich, Hélène Philippot an ihrer Seite zu haben.

Hélène Philippot und Nadin Deventer © Tabea Gesche

Hélène Philippot und Nadin Deventer © Tabea Gesche

Was bedeutet es, das 52. Jazzfest der Berliner Festspiele zu organisieren? Den Bogen zu spannen vom einst politisch-musikalischen Festival für amerikanische Jazz-Künstler in West-Berlin zum heutigen, stets politischen Festival für globale Jazzmusik im Multi-Kulti-Berlin? Den Draht zu internationalen Größen zu halten und vor allem auch den zur neu-europäischen Jazzszene zum Glühen zu bringen. Nadin Deventer ist Expertin im Netzwerken. Sie ist u.a. auch im Vorstand des Europe Jazz Network tätig. Als Gründungsmitglied verschiedener nationaler und internationaler Jazzvereinigungen, wie etwa jazzplayseurope, weiß sie die Professionalisierung der europäischen Jazzszene zu schätzen. Es gehe um den internationalen Austausch und auch um einen politischen Diskurs, meint sie. Während Nadin Deventer von ihrer langjährigen Kontakt-Knüpffähigkeit profitiert, ist Hélène Philippot gerade erst dabei, sich ein Netzwerk zu spinnen. Eben noch studierte die junge Französin Musikwissenschaft und -management in Paris und Berlin, schon taucht sie hier in die Welt der Festivalorganisation ein. Internationalität ist dabei von großem Vorteil, weiß sie aus eigener Erfahrung.

So sehr die beiden Frauen sich für ihre Arbeit einsetzen, so sehr wissen sie auch die Momente der Ruhe anzuerkennen. Beim Endspurt im monatelangen Ausdauerlauf müssen und können sie ihren Atem regulieren, „cool bleiben“. Ein gewöhnliches, privatfixiertes Leben ist in dieser Phase bestimmt nicht nebenbei möglich. Umso mehr freuen sich die Organisatorinnen auf das reale Jazzfest im Jetzt. Alle Mühen seien im Moment der persönlichen Begegnungen entlohnt, so Nadin Deventer, und natürlich im Erleben der Musik.

Das Jazzfest Berlin 2015 findet vom 5. bis 8. November statt.