Maxime Le Calvé (34) ist Anthropologe und begleitet ethnographisch den Mondparsifal seit seiner Entstehung. Er schreibt an einer Dissertation zu „Jonathan Meese und Parsifal“ am Institut für Theaterwissenschaft (FU Berlin) und an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Paris). Seine Zeichnungen gelten als phenomenographischer Beitrag zum Forschungsbereich am Probenprozess. Le Calvé praktiziert eine ernsthaft teilnehmende Beobachtung und bemüht sich, gleichzeitig der Kunst und der Wissenschaft zu dienen. Aus den entstehenden Reibungen kommen diese Bilder.

© Maxime Le Calvé

Bericht mitten aus dem Probenprozess: Am Regietisch sitzt der Künstler zwischen seinem Dramaturgen Nass und dem ersten Assistenten Gruber. Meese schreibt ständig in seine Partitur, welche als Buch gebunden ist. Alle Assoziationen und Ereignisse, die oft sehr lustig sind, werden direkt in die Inszenierung eingebaut.

© Maxime Le Calvé

Der Sänger Bankl am Regietisch zur Besprechung seiner Szenen. Neue Ideen von Sänger*innen sind immer willkommen. Der erste Assistent Gruber und der zweite Assistent Zlabinger führen ganz genau Protokoll in ihren Partiturbüchern und orientieren sich präzise an den Takten.
Im Hintergrund leckt Parsifal Gloger ein Fake-Eis und hält die Fahne der Kunst hoch.

© Maxime Le Calvé

Requisiteur Breuß an seinem Arbeitstisch, ein paar Meter hinter dem Regietisch. Jeden Tag entsteht neuer Bedarf an Requisiten. Der Requisiteur reagiert „ratzfatz“ vor Ort und bastelt aus Plastikschaum und Holz erste Spielwerkzeuge, die dann in der Werkstatt, je nach Bedarf, neu hergestellt werden.

© Maxime Le Calvé

Meese unterschreibt beim Harpune Verlag mit den Verlegern Bogner und Zekoff die Holzschnittdrucke aus der Sammler-Edition des Programmheftes. Das Programmheft gilt als Kunstobjekt und soll als zusätzliche Ebene des Projektes funktionieren.

© Maxime Le Calvé

Pressekonferenz am Eröffnungstag von Meeses Intervention im Kunsthistorischen Museum Wien, wo er neben und zwischen die berühmten Velázquez-Bilder der Infantin María Teresa seine eigenen Werke hängen durfte. In mehreren Räumen des Museums präsentiert Meese Vitrinen mit Kunstmanifesten und Gegenständen, die als eine Liebeserklärung an die Künstler der Renaissance konzipiert wurden.

„MONDPARSIFAL ALPHA 1–8 (ERZMUTTERZ DER ABWEHRZ)“ von Jonathan Meese, Bernhard Lang und Simone Young ist am 4., 6. und 8. Juni 2017 bei den Wiener Festwochen zu sehen.

Am 15., 16. und 18. Oktober 2017 ist „MONDPARSIFAL BETA 9–23 (VON EINEM DER AUSZOG, DEN “WAGNERIANERN DES GRAUENS” DAS “GEILSTGRUSELN” ZU ERZLEHREN)“ im Rahmen des Programms Immersion im Haus der Berliner Festspiele zu sehen.