Maxime Le Calvé (34) ist Anthropologe und begleitet ethnographisch den Mondparsifal seit seiner Entstehung. Er schreibt an einer Dissertation zu „Jonathan Meese und Parsifal“ am Institut für Theaterwissenschaft (FU Berlin) und an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Paris). Seine Zeichnungen gelten als phenomenographischer Beitrag zum Forschungsbereich am Probenprozess. Le Calvé praktiziert eine ernsthaft teilnehmende Beobachtung und bemüht sich, gleichzeitig der Kunst und der Wissenschaft zu dienen. Aus den entstehenden Reibungen kommen diese Bilder.

© Maxime Le Calvé

Zweiter Besuch in den Werkstätten. Die übergroße Strohpuppe für das Bühnenbild im 2. Akt wurde angefertigt und von der mitwirkenden Choreografin Steinhauser mit einer kleinen Gruppe von Statist*innen ausgetestet.

© Maxime Le Calvé

Parsifal Gloger und Gurnemanz Bankl.  Gloger hat seine Rüstung, ein Zitat aus John Boormans Film „Excalibur“, bereits früh auf der Probebühne getragen. Der Arnold Schönberg Chor steht mit militärischem Gruß bereit, ihre Bewegungen werden von den Regieassistenten und der Choreografin geleitet, alles unter dem aufmerksamen Blick von Gesamtkünstler Meese.

© Maxime Le Calvé

Korepetitorin Sushon bei der Arbeit. Da die Musik von Bernhard Lang erst bei der Uraufführung zum ersten Mal zu hören sein wird, können sich die Künstler*innen während der ganzen Proben nur am reduzierten Klavierauszug orientieren.

© Maxime Le Calvé

Sänger Amfortas Tomasson probiert eine Requisite mit der Kostümassistentin Baatz. Wichtige Kostümelemente werden früh eingeführt, um ihre Spielmöglichkeiten zu probieren. Die Gesten werden von Regie und Sänger*innen über den Prozess der Wiederholung geschärft und ausgewählt.

„MONDPARSIFAL ALPHA 1–8 (ERZMUTTERZ DER ABWEHRZ)“ von Jonathan Meese, Bernhard Lang und Simone Young ist am 4., 6. und 8. Juni 2017 bei den Wiener Festwochen zu sehen.

Am 15., 16. und 18. Oktober 2017 ist „MONDPARSIFAL BETA 9–23 (VON EINEM DER AUSZOG, DEN “WAGNERIANERN DES GRAUENS” DAS “GEILSTGRUSELN” ZU ERZLEHREN)“ im Rahmen des Programms Immersion im Haus der Berliner Festspiele zu sehen.