In seinen Fotomontagen verarbeitet der Berliner Künstler Jens Ullrich Beobachtungen, die er rund um die Meldestelle in Moabit gemacht hat, an der sich Geflüchtete in Berlin zuerst registrieren müssen. Während er die ganze Situation dort über mehrere Wochen fotografisch dokumentierte, hatte er immer wieder Gelegenheit, mit Wartenden zu sprechen. Einige Personen auf seinen Fotos montierte er in historische Schwarzweißaufnahmen einer Bremer Fabrikantenvilla, die nach der Insolvenz der Besitzer als Müttergenesungsheim, Offizierskasino, Krankenhaus, Flüchtlingsheim und Klinik für Drogenabhängige genutzt wurde und heute zum Verkauf steht.

Zehn Arbeiten auf 2,5m x 3,5m großen Billboards präsentieren die Berliner Festspiele in einer Ausstellung bis zum 29. November 2015 vor dem Haus der Berliner Festspiele in der Schaperstraße 24. Begleitend dazu erscheint in der Reihe „Berliner Festspiele Edition“ eine Publikation mit einer weiteren Auswahl von Fotomontagen aus dieser Serie.